Dabei ist lebenslanges gutes Sehen einer der grössten Wünsche der Bevölkerung. Regelmässige Augentests und Untersuchungen bei Augenspezialisten (Optometristen und Augenärzten) beugen vor.

Key facts der Weltgesundheitsorganisation WHO:

  • Schätzungsweise leben weltweit 253 Millionen Menschen mit Sehbehinderung: 36 Millionen sind blind und 217 Millionen haben eine mittelschwere bis schwere Sehbehinderung 1.
     
  • 81 Prozent der Menschen, die blind sind oder eine mittelschwere oder schwere Sehbehinderung haben, sind 50 Jahre oder älter 1.
     
  • Weltweit sind chronische Augenerkrankungen die Hauptursache für den Sehkraftverlust. Unkorrigierte Refraktionsfehler (Kurz- oder Weitsichtigkeit) und nicht operierte Katarakte (grauer Star) sind die beiden wichtigsten Ursachen für Sehstörungen. Nicht operierter Katarakt ist nach wie vor die Hauptursache für Blindheit in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
     
  • Über 80 Prozent aller Sehbehinderungen können verhindert oder geheilt werden.

Jüngsten WHO-Schätzungen zufolge sind die wichtigsten globalen Ursachen für eine mittelschwere bis schwere Sehbehinderung 1: unkorrigierte Fehlsichtigkeiten, 53 Prozent, nicht operierter Katarakt, 25 Prozent, altersbedingte Makuladegeneration 4 Prozent, Glaukom (grüner Star), 2 Prozent und diabetische Retinopathie 1 Prozent.

Die Hauptgründe für Blindheit sind: nicht operierter Katarakt 35 Prozent, unkorrigierte Refraktionsfehler 21 Prozent und Glaukom 8 Prozent.

81 Prozent aller Menschen, die blind sind oder eine mittelschwere bis schwere Sehbehinderung haben, sind 50 Jahre und älter. Mit zunehmender Anzahl älterer Menschen steigt die Gefahr auch durch chronische Augenerkrankungen.

Kinder unter 15 Jahren

Schätzungsweise 19 Millionen Kinder sind sehbehindert. Von diesen haben 12 Millionen Kinder eine Sehbehinderung aufgrund von Kurz- oder Weitsichtigkeit, die sehr einfach zum Beispiel mit Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden kann.

Etwa 1,4 Millionen Kinder haben eine irreversible Erblindung und benötigen Zugang zu Rehabilitationsdiensten 2.

Die Situation ist seit den 90er-Jahren stabil, dennoch wird geschätzt, dass sich die Zahl der Menschen mit Sehbehinderung aufgrund des Bevölkerungswachstums und des Alterns verdreifachen könnte. Zum Beispiel könnten bis 2050 115 Millionen Menschen blind sein, gegenüber 38,5 Millionen im Jahr 2020 3.

Kurzsichtigkeit (Myopie) im Vormarsch

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Kurzsichtigkeit weltweit zunimmt. Eine aktuelle Studie schätzt, dass im Durchschnitt 30 Prozent der Weltbevölkerung derzeit kurzsichtig sind und bis 2050 fast 50 Prozent kurzsichtig sein werden, das sind unglaubliche 5 Milliarden Menschen.4 Die Hotspots der Kurzsichtigkeit sind Ost- und Südostasien, wo Länder wie Südkorea, 5 Taiwan, 6 Singapur, 7 China 8 und Japan 9 eine Myopie von 80 bis 90 Prozent aufweisen.

Aber die Myopieprävalenz nimmt zu. Die USA haben eine Prävalenz von 42 Prozent gemeldet, die sich in drei Jahrzehnten fast verdoppelt hat 10.

Auch in Europa ist eine Zunahme der Kurzsichtigkeit zu beobachten.

Die globale Sicht zur Verhinderung von Sehbehinderungen

Weltweit können mehr als 80 Prozent aller Sehbehinderungen verhindert oder geheilt werden. Dazu beigetragen haben in den letzten 25 Jahren Regierungen, die nationale Programme und Vorschriften zur Prävention und Kontrolle von Sehbehinderungen eingeführt haben, Screening-Angebote von Optometristen und Augenärzten sind zunehmend verfügbar und in primäre und sekundäre Gesundheitssysteme integriert, wobei die Schwerpunkte auf der Bereitstellung von qualitativ hochwertigen, verfügbaren und erschwinglichen Dienstleistungen liegen.

Kampagnen zur Aufklärung über die Bedeutung von Sehfunktionen und zur Sensibilisierung, einschliesslich schulischer Bildung, haben auch dazu beigetragen.

Die Daten der letzten 25 Jahre zeigen, dass in vielen Ländern erhebliche Fortschritte bei der Vorbeugung und Heilung von Sehbehinderungen erzielt wurden.

Referenzen

  • 1 Bourne RRA, Flaxman SR, Braithwaite T, Cicinelli MV, Das A, Jonas JB, et al.; Vision Loss Expert Group. Magnitude, temporal trends, and projections of the global prevalence of blindness and distance and near vision impairment: a systematic review and meta-analysis. Lancet Glob Health. 2017 Sep;5(9):e888–97.
     
  • 2 World Health Organization, Global Data on Visual Impairments 2010, 2012, Update 2017
     
  • 3 Bourne RRA, Flaxman SR, Braithwaite T, Cicinelli MV, Das A, Jonas JB, et al.2017
     
  • 4 Holden BA, Fricke TR, Wilson DA, Jong M, Naidoo KS, Sankaridurg P, Wong TY, Naduvilath TJ, Resnikoff S, Global Prevalence of Myopia and High Myopia and Temporal Trends from 2000 through 2050, Ophthalmology, May 2016 Volume 123, Issue 5, Pages 1036–1042.
     
  • 5 Jung SK, Lee JH, Kakizaki H, Jee D. Prevalence of myopia and its association with body stature and educational level in 19-year-old male conscripts in seoul, South Korea. Investigative ophthalmology & visual science 2012;53:5579-83.
     
  • 6 Lin LL, Shih YF, Hsiao CK, Chen CJ. Prevalence of myopia in Taiwanese schoolchildren: 1983 to 2000. Annals of the Academy of Medicine, Singapore 2004;33:27-33.
     
  • 7 Quek TP, Chua CG, Chong CS, et al. Prevalence of refractive errors in teenage high school students in Singapore. Ophthalmic & physiological optics : the journal of the British College of Ophthalmic Opticians 2004;24:47-55.
     
  • 8 He M, Zeng J, Liu Y, Xu J, Pokharel GP, Ellwein LB. Refractive error and visual impairment in urban children in southern china. Investigative ophthalmology & visual science 2004;45:793-9.
     
  • 9 Matsumura H, Hirai H. Prevalence of myopia and refractive changes in students from 3 to 17 years of age. Survey of ophthalmology 1999;44 Suppl 1:S109-15.
     
  • 10 Vitale S, Sperduto RD, Ferris FL, 3rd. Increased prevalence of myopia in the United States between 1971-1972 and 1999-2004. Archives of ophthalmology 2009;127:1632-9.