Unser Skelett kann enorme Belastungen aushalten, solange es gesund ist. Osteoporose heisst die Krankheit, die unsere Knochen schwächt und gar brechen lässt.

Damit ihre Stabilität möglichst ein Leben lang erhalten bleibt, unterstehen unsere Knochen einem ständigen Ab- und Aufbauprozess. Dieser kann jedoch durch einige Faktoren ins Ungleichgewicht geraten, mit der Folge, dass mehr Knochensubstanz ab- als aufgebaut wird. Ursachen können bestimmte Krankheiten oder Medikamente sein.

Der grösste Feind der Knochen aber ist das Alter.  Auch eine ungenügende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D können die Entstehung von Osteoporose begünstigen. Nach dem 35. Lebensjahr baut sich rund ein Prozent der Knochenmasse pro Jahr altersbedingt ab. «Das lässt sich nicht verhindern. In diesem Rahmen ist es jedoch völlig normal und unbedenklich», betont Rheumatologe Dr. Claude Merlin.

Kritisch werde es, wenn der Abbau massiv zunehme, wie das häufig bei Frauen zu Beginn der Wechseljahre der Fall sei. Hormonelle Veränderungen haben einen negativen Einfluss auf den Knochenaufbau, was erklärt, dass drei Mal so viele Frauen wie Männer von Osteoporose betroffen sind. «In der Schweiz leiden rund 400 000 Frauen unter Osteoporose, doch nur knapp ein Drittel  wird behandelt, weil die Krankheit nicht erkannt wird», so Merlin.

Es kann Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis Osteoporose entsteht, ohne dass Betroffene es merken. Bis plötzlich die spröde gewordenen Knochen bei geringsten alltäglichen Belastungen brechen. Häufig sind die Wirbelkörper betroffen, was sich in starken Rückenschmerzen äussert. Trotzdem werde laut Merlin die Diagnose Osteoporose oft viel zu spät gestellt.

«Rückenschmerzen sind verbreitet und können vielerlei Gründe haben. Genauen Aufschluss, ob es sich um Osteoporose handelt, kann nur eine Knochendichtemessung geben, die als Vorsorgeuntersuchung jedoch nicht von den Krankenversicherungen übernommen und daher zu sparsam eingesetzt wird.» 

Liegt der Wert bei 10 Prozent unter dem Durchschnitt, ist das Risiko erhöht, bei 25 Prozent handelt es sich bereits um eine Osteoporose-Erkrankung, die eine spezielle Therapie zum Knochenaufbau erfordert. Laut dem Schweizer Osteoporose Rat ist Osteoporose in der Schweiz eine der führenden Ursachen von Hospitalisationen, Mortalität und Behinderung.

Kalziumspeicher füllen

Am besten vor Osteoporose geschützt sind die Menschen, die bereits in jungen Jahren gute Kalziumreserven gebildet haben. «Kalzium ist der Baustoff der Knochen.

Wird dieser Mineralstoff nicht oder nur unzureichend mit Nahrung zugeführt, greift der Organismus die Kalziumreserven in den Knochen an. Rund 1000 bis 1200 mg Kalzium braucht ein gesunder Erwachsener pro Tag.

Ebenso wichtig ist Vitamin D, welches die Aufnahme von Kalzium fördert und die Einlagerung in den Knochen unterstützt.Vitamin D ist in bestimmten Fischen, Eigelb, Pilzen und Leber enthalten.  Zudem löst Sonnenlicht im Körper die Produktion von Vitamin D aus.