Die schlimmsten Lungenkrankheiten, wie die früher treffend «Schwindsucht» genannte Tuberkulose, konnten dank den medizinischen Fortschritten in der westlichen Welt weitgehend ausgemerzt werden. Und dennoch gilt es, mit dem Atmungsorgan pfleglich umzugehen, denn es drohen ihm allerlei Gefahren.

Eine durchschnittliche Dreizimmerwohnung misst 80 Quadratmeter. Die gesamte Oberfläche der Lungenbläschen misst gleich viel. Diese Alveolen sind umgeben von zahlreichen Blutgefässen. Hier findet die wichtigste Funktion unseres Atmungsorgan statt – der Austausch von Gasen.

Der linke Lungenflügel besteht aus zwei, der rechte aus drei Lappen. Via Nase, Luftröhre und das Bronchialsystem gelangt die Atemluft mit Sauerstoff in die Lunge, wo dieser ins Blut eingespeist wird. Beim Ausatmen wird das aus dem Blut stammende Kohlendioxyd als Abfallprodukt an die Atmosphäre weiter gegeben.

Das Atemsystem ist äusserst empfindlich und sollte bis ins hohe Alter gesund bleiben. Wie für andere Organe gehören Bewegung und gesunde Ernährung zu den Grundvoraussetzungen der Vorbeugung gegen Lungenerkrankungen. Rauchen schadet den Atemwegen und sollte vermieden werden. Ausdauertraining und Kraftübungen dagegen, dreimal pro Woche während einer halben Stunde oder länger diszipliniert ausgeführt, halten nicht nur Herz und Kreislauf fit, sondern auch den Atemapparat.

Zu den akuten Gefährdungen des gesunden Atmens gehören Allergien, die sich auf die Atemwege auswirken. Sicher spielt eine genetische Veranlagung bei der Entwicklung von Allergien eine grosse Rolle. Aber sehr oft entstehen Allergien auch durch Einflüsse aus der Umwelt. Die häufigste Allergie ist der Heuschnupfen.

Wer darunter leidet, ist allergisch auf die Pollen verschiedenster Pflanzen, die ihre Erreger bei trockenem Wetter auf die Reise schicken. Heuschnupfen gehört behandelt. Es gibt heute Medikamente, die nicht mehr ermüden und ein ganz normales Leben ohne dutzendfaches Niesen ermöglichen. Und es gehört abgeklärt, ob man auch auf andere Stoffe wie Staub oder Tierhaare allergisch ist.

Ungemütlich wird es, wenn aus Heuschnupfen auch ein allergisches Asthma entsteht. Die Allergiestationen der Spitäler sind voller Patienten, die sehr lange glaubten, sie seien einfach erkältet, bis sich herausstellte, dass sie an Asthma leiden. Dann wissen sie, weshalb ihnen manchmal buchstäblich die Luft wegbleibt. Vor kurzem starb ein bekannter Reporter der New York Times an einem Asthma-Anfall nach einer verdeckten Recherche in Syrien. Solch dramatische Ereignisse sind zum Glück selten; gegen Asthma gibt es einen wirksamen Medikamenten-Inhalator.

Auch bei Asthma hilft ein gesunder Lebensstil. Jedes Kilo weniger auf den Rippen lässt Asthmapatienten aufatmen. Und diszipliniertes Training für Kraft und Ausdauer stärkt die Abwehrkräfte und erhöht das Atemvolumen. Bei tiefen Temperaturen empfiehlt es sich, den Schal über Mund und Nase zu ziehen und kein allzu flottes Tempo anzuschlagen.

Eigentlich sollte der Mensch wie früher die Jäger und Sammler immer noch täglich 10'000 Schritte tun. Aber nicht einmal ein Briefträger erreicht heute dieses Mass, das eine sinnvolle tägliche Ausdauerleistung darstellt.